Ansichten und Bemaßung
In FreeCAD wird, wie in den meisten modernen CAD-Systemen die 2D-Zeichnung vom 3D-Modell abgeleitet. Du musst also nichts neu zeichnen, sondern die Ansichten, Details, Schnitte etc. definieren. Ändert sich etwas am Modell, ändert sich auch die 2D-Zeichnung. Basis auch von komplexen 2D-Zeichnungen sind meist die Ansichten. Von ihnen werden dann Detailzeichnungen und Schnitte abgeleitet. Daher ist es üblich, mit der Ableitung der Ansichten zu beginnen.
Du solltest aber nicht zu früh mit der Ableitung der 2D-Ansichten beginnen. Zwar wirkt sich jede Änderung am 3D-Modell auch auf die 2D-Zeichnung aus, was viele Vorteile bringt, aber diese direkte Verbindung kann auch Mehrarbeit bedeuten, wenn du unüberlegt an die Erstellung der 2D-Zeichnung gehst. So würde beispielsweise eine gravierende Maßänderung im 3D-Modell schnell dazu führen, dass du Positionen und Maßstäbe von Ansichten ändern musst, damit diese noch auf das Blatt passen. Das wiederum würde bedeuten, dass du die Aufteilung der Blätter ändern musst. Es würde ein langwieriges Hin- und Hergeschiebe folgen.
Fang also am besten erst mit der Erstellung der 2D-Zeichnungen an, wenn nur noch geringfügige Änderungen am 3D-Modell zu erwarten sind.
Die Erstellung von Ansichten bietet dir sehr viele Optionen. Du kannst nicht einfach nur das komplette Modell ableiten, sondern auch Teile davon. Du kannst bestimmen, welche Ansichten erstellt werden, wo diese auf dem Papier platziert werden und wie diese angeordnet sind. Darüber hinaus hast du auch vielfältige Möglichkeiten die Ansichten zu bemaßen. Im folgenden Video wird der ganze Arbeitsablauf zum Erstellen von Ansichten detailliert gezeigt.
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Neben fest definierten Ansichten kannst du auch jede beliebige Ansicht eines 3D-Modells auf Papier bringen. Dazu drehst du dein Modell in die gewünschte Position, blendest Elemente ein oder aus und wenn du mit der Ansicht zufrieden bist, kannst du sie auf dein Blatt projizieren. Du erstellst sozusagen eine Momentaufnahme deines Modells. Auch das kannst du noch weiter bearbeiten, den Maßstab ändern und einiges mehr.
Nicht unbedingt normgerecht
Die in diesem Kurs gezeigten 2D-Zeichnungen erheben in keinster Weise den Anspruch normgerecht zu sein. Weder der Blattrand, noch die detaillierten Einstellungen für die Bemaßung entsprechen einer gängigen Norm. Vielmehr geht es darum dir zu zeigen, wie du für dich selbst gut lesbare Zeichnungen erstellst. Alleine die Beschränkung auf das Ausgabeformat DIN A4 bedarf einiger Abweichungen von der Norm, damit auf dem Papier noch genügend Platz für die Zeichnung bleibt. Alleine ein normgerechter Blattrand würde hier einfach zu viel Platz verschwenden.
Auch wenn es im späteren Verlauf des Kurses an Schnitte und Detailzeichnungen geht, wird vieles gegenüber geltenden Normen vereinfacht. Normen haben die Aufgabe den Datenaustausch zu vereinfachen. Firma A bekommt von Firma B eine Zeichnung, anhand der gefertigt werden soll. Da darf es keinen Spielraum für Interpretationen geben und normgerechte Zeichnungen sind dafür die Basis. Im Hobbybereich und für den Eigenbedarf kann hingegen durchaus von den gängigen Norman abgewichen werden.


