Seit dem 12. August 2026 ist die EU Verpackungsverordnung geltendes Recht. Seither haben viele, vor allem kleinere und mittlere Onlineshops den Versand ins Ausland komplett eingestellt. Auch die Kurswerkstatt-Saar versendet seither nicht mehr ins Ausland. Wir bedauern diese Entwicklung, sehen aber derzeit keine andere Lösung für uns. Ein Verstoß gegen dieses geltende Recht birgt ein enormes finanzielles Risiko und ist für uns nicht tragbar. Leider können wir da auch keine Ausnahmen machen.
Davon betroffen sind nur Produkte im Onlineshop. Bei der Buchung der Abos ändert sich nichts.
Worum geht es in der Verpackungsverordnung genau?
Ab 2025 tritt die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR – Packaging and Packaging Waste Regulation) in Kraft.
Ihr Ziel: Weniger Müll, mehr Nachhaltigkeit und ein geschlossener Kreislauf für Verpackungen in der gesamten EU. Ab dem 12. August ist diese Verpackungsverordnung auch geltendes Recht in allen EU-Ländern.
Die wichtigsten Ziele:
- Müllvermeidung: Verpackungen sollen von Anfang an wiederverwendbar, reparierbar oder recycelbar sein.
Unnötige Einwegverpackungen (z. B. für Obst, Mini-Shampoos in Hotels) werden verboten. - Mehr Recycling: Bis 2030 müssen alle Verpackungen wirtschaftlich sinnvoll recycelbar sein.
Die Recyclingquoten steigen deutlich – z. B. für Kunststoffe auf 55 % bis 2030 (bisher ~40 %). - Pfandsysteme & Mehrweg: Mitgliedstaaten müssen Mehrwegsysteme fördern, z. B. für Getränkeflaschen oder Takeaway-Becher.
Einweg-Kunststoffflaschen müssen ab 2030 zu 10 % aus recycelten Materialien bestehen. - Schädliche Stoffe verbieten: Bestimmte Chemikalien (z. B. „Ewige Chemikalien“ wie PFAS) dürfen in Verpackungen nicht mehr verwendet werden.
- Verbraucher:innen besser informieren: Klare Kennzeichnung zeigt, ob eine Verpackung recycelbar ist und wohin sie gehört (z. B. Gelber Sack, Pfand, Restmüll).
Warum ist das wichtig?
Die EU erzeugt jährlich über 80 Millionen Tonnen Verpackungsmüll – ein großer Teil landet in der Umwelt.
Die neue Verordnung soll:
- Ressourcen schonen (weniger Rohstoffe, mehr Recycling),
- Kosten senken (durch effizientere Kreislaufwirtschaft),
- Umweltverschmutzung reduzieren (z. B. Mikroplastik in Ozeanen).
Was ändert sich für Verbraucher?
- Im Supermarkt: Weniger überflüssige Verpackungen (z. B. Gurken in Plastik), mehr Unverpackt-Läden und Pfandsysteme.
- Zu Hause: Einfacheres Sortieren dank einheitlicher Recycling-Symbole in ganz Europa.
- Für Unternehmen: Herstellende müssen nachhaltigere Verpackungen entwickeln oder Abgaben zahlen.
Das klingt alles erst einmal sinnvoll und wünschenswert. Aber es gibt auch Nachteile.
Nachteile für Online-Shops
- Höhere Kosten: Nachhaltige Verpackungen (z. B. recycelte Materialien oder Mehrwegsysteme) sind oft teurer als herkömmliche Einwegverpackungen.
- Logistische Herausforderungen: Mehrwegverpackungen erfordern Rücknahmesysteme, die für Online-Händler schwer umsetzbar sind.
- Komplexere Compliance: Unterschiedliche Regelungen in EU-Ländern erfordern mehr Aufwand bei der Einhaltung der Vorschriften.
- Weniger Flexibilität: Standardisierte Verpackungen können die individuelle Gestaltung (z. B. Branding) einschränken.
- Längere Lieferzeiten: Recycelte Materialien sind nicht immer sofort verfügbar, was zu Verzögerungen führen kann.
Nachteile für Verbraucher:innen
- Höhere Preise: Die Umstellung auf nachhaltige Verpackungen kann zu Preiserhöhungen bei Produkten führen.
- Weniger Auswahl: Einige Produkte (z. B. in Mini-Größen) könnten nicht mehr verfügbar sein, da ihre Verpackungen verboten werden.
- Mehr Aufwand beim Rückgeben: Pfandsysteme oder Mehrwegverpackungen erfordern zusätzliche Schritte (z. B. Rückgabe im Laden).
- Verwirrung durch neue Kennzeichnungen: Die Umstellung auf einheitliche Recycling-Symbole kann anfangs unübersichtlich wirken.
- Eingeschränkte Bequemlichkeit: Online-Bestellungen könnten durch komplexere Verpackungslösungen (z. B. Mehrwegboxen) weniger praktisch werden.
Die Folgen
Auch das klingt alles erst einmal nicht so schlimm. Allerdings ist die Umsetzung der Vorgaben mit einem enormen Aufwand und sehr hohen kosten verbunden. Das lohnt sich für kleine Shops einfach nicht. Ein kleiner Onlineshop kann sich nicht in jedem zu beliefernden Land einen Bevollmächtigten suchen, der dafür zuständig ist diese Verpackungsverordnung einzuhalten.
Ebenso ist es nicht möglich, diesen ganzen aufwand zeitlich zu bewältigen. Dazu kommt noch die ganze Thematik mit der Verpackung als solche. In Deutschland haben wir den grünen Punkt, hier zahlen wir schon für die entstehenden Kosten unserer Verpackung. Das ist auch nicht viel Aufwand und funktioniert auch für kleine Anbieter wie die Kurswerkstatt gut.
Kosten und Nutzen stehen für unseren kleinen Onlineshop daher in keinem Verhältnis, weswegen wir den Versand ins Ausland eingestellt haben.
Es gibt zwar inzwischen sogar ganz offiziele Stimmen, die dazu aufrufen das geltende Gesetz nicht anzuwenden, aber dennoch kann ein Verstoß abgemahnt werden, wodurch auch existenzbedrohende Kosten entstehen können. Solange sich an der Rechtslage also nichts ändert, werden wir auch weiterhin nicht ins Ausland liefern. So leid uns das auch für unsere Kunden im EU-ausland tut.
Ersatzteile
Im Raum steht natürlich noch das Thema Ersatzteile für unsere Produkte. Wir möchten natürlich, dass unsere Kunden weiterhin Ersatzteile für die bei uns gekauften Produkte bekommen können. Hierfür haben wir leider noch keine wirklich gute Lösung gefunden. Wir werden da wohl von Fall zu Fall entscheiden müssen und wir werden mit Sicherheit für diese seltenen Fälle eine Lösung finden. Kontaktiere uns in einem solchen Fall bitte per E-Mail.
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Über den Autor
Hallo, mein Name ist Heiko Rech. Ich bin Tischlermeister und für die Inhalte der Kurse bei der Kurswerkstatt zuständig - sowohl vor, als auch hinter der Kamera. Dabei ist es mir sehr wichtig euch nicht nur das kreative, sondern auch das sichere Arbeiten mit Holz näher zu bringen.


